Fasnacht

Fasnacht

Die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ wird in vielen Ländern der Welt gefeiert. Dabei gibt es grosse regionale Unterschiede und auch die Bezeichnungen sind verschieden. Was in der Schweiz die Fasnacht, ist anderswo Fasching, Karneval, Fasnet oder Fassenacht.

Die ganze Welt feiert Fasnacht auf unterschiedliche Art und Weise. Doch welche Bedeutung hat die Fasnacht eigentlich und wie wird sie in der Schweiz gefeiert?

Woher kommt der Brauch?

In der Fasnacht ist alles erlaubt und wird gemacht, was während der Fastenzeit «verboten» ist: Fleisch, Fett und Eier essen, Alkohol trinken und auch Sex. Dies hat ihren Ursprung im Mittelalter. Da wurde die Fastenzeit viel strenger eingehalten als heute. Die Menschen mussten daher all ihre Vorräte aufbrauchen. Auch wollte man die Zeit vor dem Fasten noch in vollen Zügen geniessen.

Über den eigentlichen Ursprung der Fasnacht gibt es unterschiedliche Meinungen. Ob es sich nun um ein heidnisches oder religiöses Fest handelt, spielt aber ohnehin für das heutige kunterbunte Treiben der Närrinnen und Narren keine Rolle. Die Schweizer Fasnacht beruht sehr wahrscheinlich auf einem Brauch der alten Germanen, die mit Furcht einflössenden Masken und höllischem Lärm die bösen Geister des Winters austreiben wollten.

Wann beginnt die Fasnacht?

Es hat sich eingebürgert, dass die Fasnacht am 11. November beginnt und ist mit der Fastenzeit vor Ostern verknüpft. Daher erreicht sie ihren Höhepunkt in der Woche vom «Schmutzigen Donnerstag» bis zum «Aschermittwoch».

Woher kommt das Wort Fasnacht?

Fasnacht leitet sich ab vom althochdeutschen «Fasta» und «Naht». «Fasta» bedeutet Fastenzeit und «Naht» bedeutet Nacht oder Vorabend. Ursprünglich bezeichnete der Name Fasnacht nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit.

Warum verkleiden wir uns an der Fasnacht?

Damals gefiel der Kirche die Fasnachtszeit mit seinem ausgelassenen Treiben nicht. In den Augen der Kirche galt die Fasnacht als gottlos und teuflisch. In ihrer Welt regierte die Figur des Narren. Aus Protest gegenüber der Kirche verkleidete man sich damals als Teufel oder Narr. Im Laufe der Zeit kamen noch weitere Maskeraden hinzu wie z.B. andere Figuren wie Tiere oder wilde Männer.

Wo wird in der Schweiz die Fasnacht gefeiert?

Allgemein gilt: Je nach Kanton in der Schweiz werden zu etwas anderen Zeiten gefeiert.

Die Schweizer lieben die Fasnacht und feiern sie in allen Regionen. Ein paar der schönsten Anlässe finden Sie in dieser Zusammenfassung:

Basler Fasnacht

Basel ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt für die grösste Fasnachtsfeier der Schweiz mit dem «Morgestraich».  Er beginnt um 04:00 Uhr morgens am Montag nach dem «Aschermittwoch».

Alle Lichter der Stadt werden gelöscht. Das einzige Licht kommt von Laternen der sogenannten Fasnachtscliquen. Jährlich feiern bis zu 100’000 Menschen in Basel.

Die Basler Mehlsuppe dient während des «Morgestraichs» als Stärkung.

Sie besteht aus Mehl und Wasser und wurde früher in armen Haushalten als Frühstück verzehrt.

Der Morgenstraich ist der alljährliche Startschuss für die Zeit der ausgelassenen Fröhlichkeit und Lebensfreude. Beruhend auf uraltem Brauchtum finden prächtige Umzüge statt: die Cortéges. Die immer Dienstags stattfindende Kinderfastnacht ist bei Familien beliebt. Anstatt Hexen und Teufel sind vielmehr kleine Prinzessinnen und Indianer unterwegs, um die Kinder nicht all zu sehr zu erschrecken.

Des Weiteren begeistern Guggen-Konzerte auf grossen Bühnen wie auch spontan überall in der Stadt und heizen den Besuchern ein. Weitere Highlights sind Laternen-, Requisiten- und Wagenausstellungen, Schnitzelbängg und Gässle ziehen die Besucher in Scharen an, bevor der Ändstraich die Basler Fasnacht beendet.

Rüüdige Lozärner Fasnacht

Auch die Luzerner Fasnacht, die jeweils vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch dauert, ist bekannt und zieht viele Einheimische wie auch Touristen an.

Gespannt warten die Besucher der Luzerner Fasnacht auf die Ankunft von Bruder Fritschi und seinen Begleitern. Morgens um 5 Uhr eröffnet er die Fasnacht mit dem Urknall. Der Urknall ist der Startschuss an der Reuss: Jung und Alt, Luzerner und Gäste sind auf den Beinen. Die Guggen scheinen überall zu sein, es trompetet, tönt und scheppert inmitten der tanzenden, feiernden Fastnächtler.  Eine bunte Mischung aus traditionellen unheimliche Masken und jede Menge kreative, farbenfrohe Kostüme sind zu sehen.

Der Kornmarkt ist der Mittelpunkt, auf dessen Bühne Bruder Fritschi den „Fötzeliräge“ auf die Besucher niedergehen lässt. Dann wird getanzt und ausgelassen gefeiert. Die Lebensfreude kennt keine Grenzen. Selbstverständlich finden auch an der Luzerner Fasnacht grossartige Umzüge statt. Guggen sowie Maskengruppen und Wagen während des Monstercorsos geben alles, bevor die Stadt wieder zur Normalität zurückfindet. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen Nachtumzug auf keinen Fall entgehen lassen!

Sirnach TG – Himmel und Hölle
In Sirnach nehmen die Fastnächtler nicht den ganzen Ort in Beschlag. Die Veranstaltungen und Umzüge konzentrieren sich auf das Gebiet rund um die katholische Kirche. Der Gemeindeammann gibt sein Amt während er närrischen Tage an die Muschelfee ab. Ihre Wahl bildet den Höhepunkt der Fasnacht in Sirnach.

Chiasso TI – Carnevale Nebiopoli
Chiasso steht sogar an ganzen 6 Tagen Kopf. Beginnend am Dienstag vor Aschermittwoch. Die Stadt wird dann zur Freien Republik Nebiopoli und feiert mit viel Musik, Konfetti und originellen Masken. Am grossen Umzug nehmen auch Guggen und Wagen aus dem benachbarten Italien teil.

Zürich – Züri Carneval
Auch Zürich lässt es krachen. Natürlich wird auch in der Limmatstadt mit viel Guggenmusik und einem grossen Fasnachtsumzug gefeiert. Los geht’s jeweils mit der Ankunft des Narrenschiffs. Zu den beliebtesten Veranstaltungen des Züri Carnevals gehört das Monsterkonzert der Guggen, das jedes Jahr auf dem Münsterhof stattfindet.

Solothurn – Schmutziger Donnerstag/Chesslete
Bereits seit rund 140 Jahren gibt es den Brauch der Chesslete: Die Chessler versammeln sich frühmorgens mit weissen Nachthemden, rotem Halstuch und Zipfelmütze auf dem Friedhofplatz. Punkt 5 Uhr am schmutzigen Donnerstag ist Start. Eine Stunde lang brodelt der Ort, sind Guggen und die verschiedensten Lärminstrumente zu hören. Pfannendeckel, Kuhglocken, Rätschen und allerlei andere traditionelle Chessler-Instrumente sorgen für Stimmung und sollen den Winter vertreiben. Um 6 Uhr wird in den Beizen ringsum eine Mehlsuppe serviert. Der grosse Fasnacht Umzug findet am Sonntag statt.

Splügen GR – Pschuuri-Mittwoch
Den aussergewöhnlichsten Brauch gibt es wohl in Splügen: Am Aschermittwoch ziehen die Kinder frühmorgens um die Häuser, um Süssigkeiten zu betteln. Ledige Frauen verstecken sich und werden, ebenso wie die Kinder, von den „Pschuurirolli“ gesucht. Das sind junge, ledige Männer, die ihnen nachstellen und sie mit Asche anmalen. Diese darf bis zum Abend nicht abgewaschen werden.

Die Pschuurirolli klopfen später verkleidet und hinter Masken versteckt an die Häuser und betteln Eier. Daraus wird neben Eierspeisen der Resimäda hergestellt, ein Getränk aus Eiern, Wein und Gewürzen. Im Anschluss wird dann die ganze Nacht hindurch ausgelassen gefeiert.

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